Übergewicht bei Schulkindern
Übergewicht bei Schulkindern
Die kindlichen Tagesabläufe und Essgewohnheiten haben sich im Zeitalter der modernen Medien und der Fast-Food-Ernährung drastisch verändert, was Kinderärzten Anlass zu großer Sorge gibt. So wird Übergewicht bei Schulkindern zu einem immer größeren medizinischen Problem.

Chips, Cola, Fast Food und Süßigkeiten sind nicht dazu angetan, ein Kind vernünftig und gesund zu ernähren. Zu viel Fett und Zucker legen schon in der Kindheit den Grundstein für mögliche spätere Erkrankungen. Herz- und Kreislaufprobleme, Fettleber und Diabetes sind auch bei Kindern schon auf dem Vormarsch. Durch gravierende Ernährungsfehler in der Kindheit werden aber nicht nur die Weichen für viele Krankheiten gestellt. Die schlechten Essgewohnheiten lassen sich später auch nur mühsam oder überhaupt nicht mehr korrigieren. Wird den Kindern dieses Essverhalten auch noch vorgelebt, dann haben sie es doppelt schwer. Die prägende und wichtige Vorbildfunktion der Eltern fehlt vor allem in sozial schwachen Familien oft völlig. Mikrowellen- und Dosengerichte, Minutensuppen oder Fertigpizza dienen nur der elterlichen Bequemlichkeit. Sie können keine selbst gekochte und gemeinsam im Familienkreis verzehrte Mahlzeit ersetzen.
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In der Schule sitzen die Kinder meist stundenlang auf schlechten Stühlen. Sind sie Ganztagsschüler, verbringen sie eventuell sogar einen Großteil des Tages sitzend. Die Speisen der Schulkantinen sind nicht immer kindgerecht, auch wenn es durchaus Ansätze in die richtige Richtung gibt. Anstatt Obst und Gemüsesnacks wird den Kindern von den Eltern Geld mitgegeben, was meist umgehend in Süßigkeiten oder Knabbereien umgesetzt wird.
Schulsport fällt der Planung zum Opfer oder wird wegen Lehrermangels gar nicht häufig genug angeboten. Lehrpläne, Quoten und Unterrichtsausfall haben oft Vorrang vor dem Kindeswohl. In den kurzen Pausen bewegen sich viele Schulkinder in unattraktiven Pausenhöfen auch nicht genügend.
Selbst die kürzesten Schulwege werden immer seltener zu Fuß zurückgelegt und die Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht und abgeholt. Oder sie machen sich nach der Schule gleich auf den Weg ins nächste Fast-Food-Restaurant.

Zu Hause wartet dann der PC, die Spielekonsole oder der Fernsehapparat auf die Schulkinder. Immer seltener gehen sie raus ins Freie zum Spielen, ins Schwimmbad oder einen Sportverein. Sie treffen sich online, um stundenlang zu chatten oder zu spielen. Viele Haushalte verfügen inzwischen über mehrere Computer, Spielekonsolen und Fernsehgeräte. Der richtige und vernünftige Umgang mit diesen Techniken wird Schulkindern immer seltener beigebracht und zu wenig Kontrolle durch die Eltern fördert das virtuelle Suchtpotential. Der kreative Spieltrieb der Kinder wird so in falsche Bahnen gelenkt. Das hat Entwicklungsverzögerungen, Defizite der Motorik und nicht selten Verhaltensauffälligkeiten zur Folge. Dazu kommen Haltungsschäden durch unbequemes, falsches und viel zu langes Sitzen. Sind die kindlichen Gelenke bereits durch Übergewicht belastet, dann sind diese Haltungsschäden unweigerlich vorprogrammiert.
Je größer die Schulkinder werden, desto seltener werden die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen. Bei diesen Untersuchungen können gesundheitliche und entwicklungsbedingte Defizite durch die Kinderärzte festgestellt und entsprechende Maßnahmen und Therapien veranlasst werden. Hier bekommen Sie weitere Infos für eine gesunde und erfolgreiche: Gewichtsreduktion für Kinder
Erhebung durch: forsa
Erhebungszeitraum: 13.04.2010 bis 19.04.2010
Befragung Anzahl der Befragten: 96 Kinderärzte,
die eine Zunahme von Übergewicht bei Kindern in
den letzten 10 Jahren festgestellt haben
Region: Deutschland
Makroregion: nur Deutschland
Faktenebene: 1
Veröffentlicht durch: DAK – Deutsche Angestellten Krankenkasse
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